Schlagtechniken im Badminton

7. Dezember 2020

Die Schlagtechniken im Badminton sind vielseitig und hängen von verschiedenen Faktoren ab – wo stehe ich als Spieler? // wo steht mein Gegner? // wie gut ist meine Lauftechnik? // wie ist der aktuelle Punktestand?

Bei den Schlagtechniken im Badminton unterscheidet man erstmal zwischen Überkopf- und Unterhandschlägen. Was aber bei allen Schlagtechniken im Badminton wichtig ist, ist die Unterarmrotation – sie ist ein essentieller Bestandteil und ein wichtiges Kernelement eines Schlages aus dem Überkopf- oder Unterhandbereiches!

Was ist ein Überkopfschlag?

Im Badminton spricht man von einem Überkopfschlag, wenn der Feder- oder Plastikball oberhalb des Kopfes getroffen wird. Um Überkopfschläge im Badminton möglich zu machen ist es notwendig zum Ball hin zu laufen, damit der Balltreffpunkt über dem Kopf liegt. Für den Überkopfschlag ist – neben der guten Schlagtechnik mit der Unterarmrotation – eine gute Beinarbeit und Kondition erforderlich.

Welche Varianten des Überkopfschlags gibt es?

Insgesamt gibt es drei verschiedene Schlagtechniken im Badminton, die in verschiedenen Varianten unterteilt werden können (mit/ohne Schnitt // aus Rück- oder Vorhand).

Überkopf-Clear

Der Clear lässt sich in Angriffs-Clear und Befreiungs-Clear unterscheiden. Der Befreiungs-Clear kommt dann zum Einsatz, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, den Angriff des Gegners, offensiv zurück zuschlagen. Ziel des Befreiung-Clears ist es, Zeit zu schinden um sich auf dem Spielfeld neu und zentral zu platzieren. Das bedeutet, dass der Ball so hoch und weit wie möglich gespielt wird. Beim Angriffs-Clear geht es darum, eine neutrale Situation auszunutzen und den Gegner mit einem „flachen“ Clear zu überraschen. Der Ball wird eine Schlägerlänge vom Gegner entfernt weggespielt. Der Gegner wird durch diesen Ball in Bedrängnis gesetzt und je nach Spielstärke des Gegners kommt entweder ein neutraler oder verteidigender Ball zurück. Wenige Spieler können aus dem Angriffsclear einen Angriffsball spielen.

Überkopf-Smash

Der Smash ist der klassische Angriffsschlag im Badminton. Der Ball kann beim Smash eine Anfangsgeschwindigkeit von über 500 km/h erreichen und wird steil nach unten geschlagen. Die Bewegungsausführung des Smash entspricht der eines Überkopf-Clears. Der Smash ist ein hart geschlagener Schmetterball, bei dem der Schläger bis zum Balltreffpunkt maximal beschleunigt wird, um die größtmögliche Fluggeschwindigkeit zu erreichen. Bei diesem Schlag gilt, je höher der Treffpunkt des Balls, desto steiler ist die Flugkurve und desto kürzer ist die Zeit, die dem Gegenspieler bleibt, den Ball anzunehmen. Wenn der Smash nicht als Angriffsschlag gespielt wird, sondern aus einer ungünstigen Situation für den Angreifer wird es dem Gegner nicht gefährlich. Wenn man den Smash mit Schnitt und wenig Tempo spielt, kann der Ball am Ende mindestens genauso gefährlich werden, ohne dabei viel Energie investiert zu haben.

Überkopf-Drop

Der Überkopf Drop ist ein kurzer Ball, der knapp hinter das Netz gespielt wird. Er wird vom hinteren Bereich des Badminton Courts geschlagen und sollte mit einem möglichst hohen Balltreffpunkt durchgeführt werden. Die Steile Flugkurve sorgt dafür, dass der Ball kurz hinter dem Netz landet. Ziel des Überkopf-Drops ist es, den gegnerischen Spieler möglichst weit aus seiner Ausgangsposition zu locken und eine Lücke in der Verteidigung zu finden. Der Drop ist dann besonders wirkungsvoll, wenn ein Clear oder Smash vorgetäuscht wird und mit Schnitt gespielt wird. Diese Drops nennt man dann Schnittdrop oder Yongbo-Drop.

Was ist ein Unterhandschlag?

Im Badminton spricht man von einem Unterhandschlag, wenn der Feder- oder Plastikball vor dem Körper getroffen wird, wobei die Hand und das Gelenk nach unten zeigen. Um Unterhandschläge im Badminton möglich zu machen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Der Bald kommt kurz hinter das Netz und der Spieler läuft hin

2.) Der Ball kommt nah an die Ausgangsposition, den man einer Laufbewegung erreichen kann

Welche Varianten des Unterhandschlages gibt es?

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Schlagtechniken im Badminton, die in verschiedenen Varianten unterteilt werden können (mit/ohne Schnitt // aus Rück- oder Vorhand).

Unterhand-Clear

Der Unterhand-Clear ist ein Befreiungs-Clear. Er kommt dann zum Einsatz, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, den Ball zu neutralisieren. Ziel des Befreiung-Clears ist es, Zeit zu schinden um sich auf dem Spielfeld neu und zentral zu platzieren. Das bedeutet, dass der Ball so hoch und weit wie möglich gespielt wird. 

Lob/Push

Offensive Lobs haben zum Ziel, die Gegnerin im Hinterfeld unter Druck zu setzen. Defensive Lobs verschaffen dem Spieler Zeit, um wieder in eine gute Position für den nächsten Schlag zu kommen. Offensive Lobs fliegen knapp über die Reichweite des Gegners, defensive deutlich über dessen Reichweite und werden aus dem Vorderfeld in das Hinterfeld gespielt.

Netzdrop

Der Netzdrop ist ein von vorne gespielter kurzer Ball, der knapp hinter das Netz gespielt wird. Da dieser Ball nah vom Netz aus geschlagen wird, kann es sein, das der Ball oben von der Netzkante aus, aber auch unten vom Boden aus getroffen wird. Auf jeden Fall ist das ein gefühlvoller Schlag mit kaum einer Aushol- und Schwungphase. Mit Hilfe des Daumens (bei Rückhandschlägen) und des Handgelenkes (bei Vorhandschlägen) kann Schnitt in den Ball gegeben werden.

Schieben

Schieben ist ein neutral gespielter Ball. Man möchte dem Gegner nicht die Möglichkeit geben, einen Angriffsball zu spielen und schiebt den Ball von seiner T-Linie aus ins Midcourt des Gegners.

Abwehr

Die Abwehr wird unterschieden in drei Bereiche – Block, Konter und Lift. Alle Abwehrbälle werden vor dem Körper gespielt und haben den Zweck, einen vom Gegner gespielten Schmetterball zurück zu spielen. Je nach Stärke des Gegners und der eigenen Fähigkeiten kann einer dieser Varianten schnell den Punkt einbringen.

Blockabwehr – kurz hinters Netz gespielter Ball: Diese Abwehr sollte gespielt werden, wenn der Gegner einen sehr guten Smash hat und damit regelmäßig Punkte macht. Falls seine Beinarbeit nicht gut ist, ist das der favorisierende Ball.

Liftabwehr – hohe lange Abwehr: Diese Abwehr sollte gespielt werden, wenn der Gegner einen schwachen Smash hat und damit keine Gefahr bringt. Ein Smash ist immer mit Kraft verbunden, was bedeutet, das man sich schneller K.O. spielt. Deswegen wäre das der favorisierende Ball.

Konterabwehr – diagonale flache Abwehr: Diese Abwehr sollte gespielt werden, wenn der Gegner einen sehr guten Smash und eine extrem gute Beinarbeit hat. Sie ist vom Schlagverhalten extrem komplex, da man sich sauber zum Ball hinstellen und ein perfektes Timing bzw. den Gegner lesen muss. Wenn diese Eigenschaften gegeben sind, ist das der favorisierende Ball.

Was gibt es noch?

Dann gibt es noch die Schläge, die von Kopfhöhe aus gespielt werden, die da wären: Drive, Töten, Wischen.

Töten und Wischen sind Bälle nah am Netz, wo versucht wird, den Ball direkt zum Boden zu befördern. Beim Wischen rotiert man den Unterarm so, dass der Schläger wie ein Scheibenwischer bewegt wird. Dadurch wird gewährleistet, dass das Netz nicht berührt wird. Beim Töten geht man frontal auf den Ball drauf. Töten sollte man also dann, wenn der Gegner einen schwachen Netzdrop spielt, Wischen wiederum bei einem guten Netzdrop.

Ein Drive ist ein schneller flacher Ball, der parallel über dem Netz fliegt.

Wie Ihr sehen könnt, gibt es eine Anzahl von Schlagtechniken im Badminton. Fangt ruhig schon einmal an und trainiert zu Hause die ersten Schlagbewegungen. Dabei können wir euch das Trainingsvideo von Tobias Wadenka empfehlen, welches Ihr Hier findet!

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